Dermatochirurgie – Entfernung der Hautveränderungen
Unter ‚Dermatochirurgie’ versteht man operative Eingriffe an der Haut, an der Grenze mit gesundem Gewebe mit Anwendung von Skalpell, Elektrokoagulation, Laser CO2 oder Kryotherapie.
Indikationen:- Atherome
- Fibrome
- Lipome
- Xanthelasmen
- Viruswarzen (Verruca vulgaris, Verruca plana juvenilis, Verruca plantaris)
- Feigwarzen (Condylomata acuminata)
- Verrucae seborrhoicae
- hypertrophe Narben (Keloide)
- Pigmentmale (sog. Hautflecken)
- Krebsvorstufen der Haut sowie Hautneubildungen
Diagnose der Hautveränderungen – Untersuchung, die die Feststellung der bösartigen Entartung zum Ziel hat Vor der Entfernung wird jede Hautveränderung makroskopisch untersucht, d.h. es erfolgt eine ausführliche Palpation. Im Notfall kommt es zu einer dermatoskopischen Untersuchung. Nach einer traditionellen chirurgischen Exzision muss man einige Hautveränderungen einer histopathologischen Untersuchung unterziehen.
Dermatoskopie
Die Dermatoskopie ist eine nicht invasive Untersuchungsmethode der Haut, wobei die Hautveränderungen unter einem speziellen Hilfsgerät Dermatoskop beobachtet werden. Dieses Gerät erlaubt eine 20fache Vergrößerung, die Beleuchtung erfolgt mit einer Halogenlampe, die im Dermatoskop integriert wird. Dadurch erhält man 3D-Bild einer Hauterkrankung, infolge dessen lässt sich die innere Struktur einer Hautveränderung, eines Tumors oder eines Hautflecks einschätzen.
Was soll vor der Behandlung beachtet werden:
1. Familienanamnese (Vorhandensein von Hauttumoren bei Verwandten),
2. bisheriger Krankheitsverlauf (Zeit, zu der die Krankheit erscheint, Wachstumssgeschwindigkeit, Veränderung der Farbe, der Form, Auftreten von Schmerzen, Juckreiz, Blutungen, Geschwür, Kruste u.a.),
3. Krankheitsgeschichte (Präparate, Behandlung – mechanisches Ausdrücken, Ausfrieren);
Durch die dermatoskopische Untersuchung stellt man die Enddiagnose nicht. Die Dermatoskopie eignet sich aber besonders zur Unterscheidung zwischen benigen und malignen Hautveränderungen sowie klar und deutlich bestimmt weiteres Behandlungsverfahren.
Vorteile der dermatoskopischen Untersuchung:
a) gefahrlos,
b) schmerzfrei,
c) einige Wiederholungen möglich (empfohlen bei vielen Hautnävi),
d) keine Altersbegrenzung,
e) bei Schwangeren möglich;
- bei Vorkommen neuer Pigmentveränderungen der Haut,
- bei Änderungen schon vorhandenen Hautnävi (Veränderung von Form, Größe, Farbe, Konsistenz, Auftreten von Schmerzen, Juckreiz, Blutungen u.a.),
- bei Nävi, die oft gereizt und verletzt werden (Körperbereiche, an denen reibende Bekleidung eng anliegt, sowie rasierte oder epilierte Körperareale),
- bei exponierten Nävi (häufige UV-Exposition);
Die dermatoskopische Untersuchung darf nur ein erfahrener Arzt durchführen. Wenn bei dieser Untersuchung der Verdacht aufkommt, dass möglicherweise eine bösartige Hautveränderung vorliegt, ist diese chirurgisch zu exzidieren und histopathologisch zu untersuchen.
Histopathologische Untersuchung
Die histopathologische Untersuchung ist ein eingreifendes Diagnoseverfahren, wobei kleinste Gewebeteile (histologisches Material) oder Zellen (zytologisches Material) vom erkrankten Organ des Patienten entnommen werden, um das so gewonnene Material unter dem Mikroskop hin zu untersuchen. Die Untersuchung verläuft in zwei Etappen: die erste – die Probe wird entnommen, die zweite – das entnommene Material wird in einem hochspezialisierten Labor zur Beurteilung untersucht. Zur Diagnostik der Hautveränderungen kann die Probe durch offene Biopsie entnommen werden – bei diesem Verfahren wird das Material mittels Operationsmessers oder eines anderen Hilfsmittels entnommen. Dafür bieten sich zwei Methoden: partielle operative Freilegung des Tumors und Entnahme einer ausreichenden Gewebeprobe – Inzisionsbiopsie, oder komplette Entfernung eines Tumors – Exzisionsbiopsie. Nach entsprechender Vorbereitung kann das entnommene Material als gefärbte und gefrorene Präparate oder als Abstriche unter dem Mikroskop gesehen werden. Sowohl vorbereitet als auch beurteilt werden diese Präparate von einem Histopathologen. Jedes durch Biopsie entnommene Material besitzt eine spezifische histologische Struktur (Art und Aufbau von Zellen), was erlaubt, z.B. zwischen Warze und Fibrom oder zwischen Pigmentnävus und Melanoma malignum zu unterscheiden. Diese Tatsache ist ausschalggebend, wenn man über weitere Behandlung des Betroffenen entscheidet. Es ist verboten, ohne histopathologische Untersuchung weitere Therapie durchzuführen. Diese Untersuchungsmethode beantwortet die Frage, ob die Hautveränderung mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand zur gesunden Umgebung, d.h. vollständig, entfernt wurde.
Behandlungsverlauf – chirurgische Entfernung einer Hautveränderung
Vor der Behandlung werden die Einzelheiten besprochen und das Nachbehandlungsverfahren wird geklärt. Die meisten Sitzungen werden unter lokaler Anästhesie ausgeführt, deshalb sind sie schmerzfrei. Nach der chirurgischen Exzision wird in der Regel eine Naht durchgeführt und einen Verband angelegt, die nach 5-14 Tagen nach der Behandlung abgenommen werden. In der Nachbehandlungszeit besteht die Notwendigkeit, von den Patienten Analgetika nur in geringen Dosen einzunehmen. Wenn Betäubungsmittel nicht mehr wirken, empfindet man Schmerzen noch 1-2 Stunden nach der Exsizion, die sich durch Einnahme von Analgetika (z.B. Ketonal, Panadol u.a.) lindern lassen. Einige Tage nach der Sitzung soll man die Haut im Wundgebiet nicht zerren, keine heftige Bewegungen machen und den Verband nicht einweichen. Die Narbe ist direkt nach der Exsizion sichtbar, aber im Laufe der Zeit blaßt sie ab und verkleinert sich. Von besonderer Bedeutung ist, dass die Narbe der UV-Exposition nicht ausgesetzt wird. Es kommt nie vor, dass nach einer Entfernung von Hautveränderungen, nach einer Exzision keine Narbe bleibt. Am meiseten sind die Narben kaum sichtbar, aber in Einzelfällen führen sie zu einem Unattraktivitätsgefühl. Diese Tatsache soll dem Patienten vom Arzt vor der Behandlung eingehend aufgeklärt werden.
